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Archiv für Mai, 2010

Das Schreckgespenst Griechenland

Erstellt von Ralf Ullrich am 2. Mai 2010

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Das Schreckgespenst Griechenland

Das Schreckgespenst „Griechenland“ wird immer gieriger, aus 45 sind nun 135 Milliarden geworden.

Was es jeden deutschen Steuerzahler kostet oder was man in BRD alles damit gutes tun könnte, zeigt

der folgende Bericht:
12 000 Euro für jeden Griechen
135 Milliarden Euro, davon mindestens 25 aus Deutschland – im Ringen um die Rettung Griechenlands tauchen Summen auf, die sich niemand vorstellen kann. Eine Einordnung.

Von FOCUS-Online-Autorin Tanja Könemann

135 Milliarden Euro – so viel Geld wird Griechenland nach Meinung von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) bis 2012 brauchen, um eine Staatspleite abzuwenden. Deutschland könnte nach Angaben Brüderles 25 bis 30 Milliarden Euro zu einem Rettungspaket beisteuern. Unvorstellbare Summen, deren Höhe oft nur klar wird, wenn man sie ins Verhältnis setzt zu anderen Größen.

Würde man 135 Milliarden Euro direkt an die etwa elf Millionen Griechen verteilen, bedeutete das für jeden eine Einmalzahlung von mehr als 12 000 Euro. Beteiligt sich Deutschland mit 25 Milliarden Euro an dem Hilfspaket, würde das jeden der gut 80 Millionen Deutschen – vom Säugling bis zum Greis – mehr als 310 Euro kosten.

1250 Euro für jeden Rentner in Deutschland
Entschiede sich die Bundesregierung dagegen, Griechenland zu helfen, wäre eine Fülle von Verwendungsmöglichkeiten für die 25 Milliarden Euro denkbar. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) könnte beispielsweise jedem der knapp sieben Millionen Hartz-IV-Empfänger in Deutschland einmalig 3500 Euro überweisen, zusätzlich zum derzeitigen Regelsatz von monatlich 350 Euro. Alternativ könnte man jeden der rund 20 Millionen Rentner mit einer Einmalzahlung von 1250 Euro beglücken.

Wie kann ein derartig hoher Finanzbedarf zustande kommen? Um die Wirtschaftskraft Griechenlands ist es nicht gut bestellt. Zum Vergleich: Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat etwa 60 Prozent mehr Einwohner als Griechenland, das nordrhein-westfälische Bruttoinlandsprodukt (BIP) aber fällt ungefähr 120 Prozent höher aus.
Selbst der Google-Umsatz wirkt lächerlich gering

Die Verbindlichkeiten Griechenlands übersteigen die Wirtschaftsleistung bei Weitem. 300 Milliarden Euro schuldet das Land seinen Gläubigern, 240 Milliarden Euro beträgt in etwa das BIP. Die Schulden entsprechen 44-mal dem aktuellen Quartalsumsatz des Internet-Giganten Google

Ständig kommen mehr Schulden hinzu: Die Neuverschuldung Griechenlands lag im vergangenen Jahr bei 13,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Damit überschreitet Griechenland die Höchstgrenze der EU um ein Vielfaches: Sie liegt bei drei Prozent. Auch Deutschland hält die Grenze nicht ein – allerdings liegt die Neuverschuldung weniger als 0,5 Prozentpunkte über dem Limit.
139-mal das höchste Gebäude der Welt bauen

Diese Zahlen zeigen, wie dramatisch sich die Lage der Griechen gestaltet. Doch klar ist auch: 135 Milliarden benötigte Hilfe in den kommenden drei Jahren sind kein Pappenstiel. Manchmal können auch etwas anschaulichere Beispiele helfen, die Dimension einer solchen Finanzspritze darzustellen: Für das Geld kann man 139-mal das höchste Gebäude der Welt nachbauen – das 828 Meter hohe Burj Kalifa in Dubai.

Der deutsche Anteil von geschätzt mindestens 25 Milliarden Euro auf drei Jahre verteilt, würde reichen, um über diesen Zeitraum hinweg 268 Fußballer des Kalibers von Cristiano Ronaldo nach Deutschland zu holen.

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